Inhalt und Bewertung von Arbeitszeugnissen

Damit ein Arbeitszeugnis in den Bewerbungsunterlagen durch den Personaler positiv interpretiert wird, müssen neben den Aussagen zur Arbeitsleistung auch formale Kriterien erfüllt werden. In diesem Artikel geben wir Ihnen wichtige Hinweise, worauf Sie bei der Beurteilung eines Arbeitszeugnisses achten müssen.

Zum positiven Eindruck eines Arbeitszeugnisses gehört auch die formal richtige Gliederung. Nicht auf alle Positionen hat man einen rechtlichen Anspruch, wie zum Beispiel auf die Dankes- und Bedauerungsformel. Durch die Erwähnung wird aber die positive Beurteilung des Mitarbeiters nochmals unterstrichen.

Vollständigkeit

  • Name, Geburtsdatum, Geburtsort,  Art der Beschäftigung, Dauer, Position
  • Firmenbeschreibung - optional
  • Aufgaben - Fließtext oder Aufzählung, wichtigste zuerst
  • Tätigkeitsbeschreibung - Arbeitsleistung, Fachwissen,  Arbeitsweise, Führung
  • Zusammenfassende Beurteilung
  • Fort- und Weiterbildungen
  • Verhalten gegenüber internen und externen Personen, sonstiges Verhalten
  • Beendigungsgrund
  • Dankes- und Bedauerungsformel
  • Zukunftswünsche


Bewertungen der Arbeitsleistung

Eine zusammenfassende Bewertung der Arbeitsleistung wird in fast allen Arbeitszeugnissen in der Form "Herr X hat alle Aufgaben stets zu unserer vollsten Zufriedenheit erledigt." vorgenommen.

Hinter vielen oftmals umgangssprachlich verwendeten und positiv gedeuteten Formulierungen verbergen sich in der Zeugnissprache allerdings eine negative Beurteilung:

  • Negationen, doppelte Verneinung
: kein Anlass zur Beanstandung
  • fehlende Zusammenhänge: Sein Fachwissen setzte er auch beim Kunden jederzeit sein
  • wichtige Aufgaben/Soft Skills werden nicht genannt oder bewertet: Führungsaufgabe beim Chef
  • Selbstverständlichkeiten werden erwähnt: war immer pünktlich
  • Interpretationsmöglichkeiten: 
auch beim Kunden wusste er sich durchzusetzen
  • Passive Formulierungen: Die ihm übertragenen Aufgaben erledigte er ...
  • durchgestrichene Telefonnummer
  • krummes Austrittsdatum - 14.08.2011


Abweichungen von den Standards

Wird von den nachstehenden Standards im Arbeitszeugnis abgewichen, so wird dadurch eine negative Bewertung zum Ausdruck gebracht. Ein falsches Zeugnisdatum zeigt dem Leser zum Beispiel, dass der Mitarbeiter das ursprüngliche Zeugnis nicht akzeptiert hat und eine Neuausstellung eventuell auch durch einen beauftragten Anwalt gefordert hat.

  • Ausstellungsdatum ist immer der letzte Tag des Anstellungsverhältnisses, nicht des letzten Arbeitstages
  • Unterschrift vom Vorgesetzten und Personaler oder Geschäftsführer
  • „Sie“ wird klein geschrieben
  • Din A4 Papier, Firmenpapier, ohne Empfängeradressfeld